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Delamination - Delaminierung

Delamination oder Delaminierung (auch Schichtenablösung) ist einer der kritischsten Materialfehler in der Leiterplattentechnologie. Sie beschreibt das ungewollte Aufplatzen oder Ablösen der Kupferschichten vom Basismaterial (meist FR4) oder zwischen den einzelnen Prepreg-Lagen. Da Leiterplatten aus einem Verbund unterschiedlicher Materialien bestehen, die unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten haben, ist die Haftung zwischen diesen Schichten entscheidend für die Funktion und Langlebigkeit der gesamten Platine.

Delamination Ursachen: Hitze, Feuchtigkeit und Prozessfehler

Die Hauptursache für Delamination ist thermische Belastung, insbesondere beim unkontrollierten Löten (Reflow-Löten). Wenn in der Leiterplatte eingeschlossene Feuchtigkeit schlagartig verdampft, entsteht Dampfdruck, der die Schichten auseinanderdrückt – der sogenannte ‘Popcorning’-Effekt. Aber auch eine unzureichende Aushärtung des Prepreg-Materials im Herstellungsprozess oder mechanische Spannungen können die Haftung langfristig schwächen.

Delaminierung Folgen: Von Impedanzschwankungen bis zum Totalausfall

Eine delaminierte Leiterplatte verliert ihre mechanische Integrität. Die Folge sind oft unsichtbare Risse in den Leiterbahnen oder Via-Verbindungen. Dies führt zu intermittierenden Fehlern (Wackelkontakten), erhöhten Übergangswiderständen oder im schlimmsten Fall zum vollständigen Stromausfall des Bauteils. Besonders in der Hochfrequenztechnik verändern sich durch den Lufteinschluss die Impedanzen, was die Signalintegrität massiv stört.

Delamination vermeiden durch korrekte Lagerung, Prozesse und Trocknen

Leiterplatten sollten in luftdicht verpacktem Zustand an einem trockenen Ort, relative Luftfeuchtigkeit kleiner 50%, bei einer Temperatur von 18 - 22 Grad Celsius gelagert werden.

Wichtig ist die Einhaltung der maximalen Lötprofile sowie die Wahl von hochwertigem, hoch-Tg-Material (temperaturbeständiges Basismaterial) für Anwendungen mit hohen thermischen Anforderungen.

Um Delamination zu vermeiden sollten die Leiterplatten unmittelbar vor der Verarbeitung getrocknet werden um ihnen Feuchtigkeit zu entziehen. Die Temperatur und die Haltezeit während des Trocknen werden durch die verwendeten Basismaterialien / Lagenaufbauten bestimmt. Hoch-Tg, Multilayer sowie Flexible Leiterplatten und Starrflex-Leiterplatten haben eine höhere Feuchtigkeitsaufnahme.

Gerade Flex-Leiterplatten (Flex-PCBs) müssen vor der Bestückung getrocknet werden (typisch 130°C–150°C für 2–4 Stunden), da Polyimid besonders feuchtigkeitsempfindlich (hygroskopisch) ist. 

siehe Trocknen / Tempern von Leiterplatten

FAQ: Delamination – Delaminierung von Leiterplatten

Oft ist sie mit bloßem Auge sichtbar: weiße Flecken oder Blasenbildung zwischen den Schichten, insbesondere nach dem Löten. In schweren Fällen wölbt sich die Platine sichtbar auf (Blistering). Mikroskopisch erkennt man einen Spalt zwischen Kupfer und Basismaterial.

In der Regel nein. Sobald der Materialverbund einmal zerstört ist, lässt sich die Haftung nicht wiederherstellen. Die betroffene Platine muss als Ausschuss betrachtet und ersetzt werden.

Standard-FR4 ist anfällig, wenn es Feuchtigkeit gezogen hat und extremen Temperaturspitzen ausgesetzt wird. Hoch-Tg-Materialien (höhere Glasübergangstemperatur) oder Polyimid sind deutlich widerstandsfähiger gegen thermisch bedingte Delamination.

Beide Begriffe werden oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Schweregrade. Delamination bezeichnet die Trennung der Schichten im Inneren. Blistering ist die sichtbare Ausprägung davon – also die Blasenbildung an der Oberfläche oder zwischen den Lagen.

Der wichtigste Schritt ist das Vorbacken (Baking) der Leiterplatten vor dem Löten, um eingeschlossene Feuchtigkeit zu entziehen. Zudem sollte das vorgegebene Temperaturprofil der Platine exakt eingehalten werden, um thermischen Schock zu vermeiden.

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